Schandmaul-Artus Tour

26.10.2019 Kulturfabrik Kofmehl Minimi Tamsel

Schandmaul und Vroudenspil besuchten die Kulturfabrik Kofmehl am 26.10.2019. Mit einem mittelalterlichen Touch wurden wir durch den Folk Abend geführt.

Vroudenspil

Vroudenspil ist eine 8-köpfige Freibeuter-Folk Band aus München. Die Seemusiker musizieren ihr Freudenspiel seit dem Jahr 2005 unter der folgenden Besatzung: Don Santo (Gesang), Absolem (Gitarre), Freibeuter Petz (Sackpfeife, Rauschpfeife, Saxophon, Gesang), Dax vom Berg (Sackpfeife, Rauschpfeife), El Pako (Schlagzeug), Neko (Bass), Phyra (Altflöte, Sopranflöte, Querflöte, Percussion) und Seewolf (Akkordeon, Percussion, Gesang).

„Wer bock auf dumme Phrasen hat, ist hier genau richtig“. Mit diesen Worten eröffnete Sänger Don Santo den Abend. Auch weitere Übergänge zu den nächsten Liedern hat Don Santo mit guter Wortwahl und auf kreative Art und Weise gestaltet.

Während des Konzertes spielte Vroudenspil mit uns das Spiel “Wie bekomme ich Morgen Muskelkater?”. Im Takt der Musik musste das Publikum nun immer wieder in die Knie und wieder hoch gehen.

Die Band war sehr energiegeladen. Es gab kaum ruhige Moment. Was mir auch besonders auffiel, war der Wechsel der Kopfbedeckung von Sänger Don Santo. Er hatte bestimmt drei verschiedene Hüte während des Konzertes aufgesetzt.

Wie beim bekannten Song der Cantina Band, wurde die Menge spielerisch gefragt “Wir sind Vroudenspil! Wenn ihr Songwünsche habt, dann ruft sie einfach!” und die Menge schrie fröhlich “Spielt den selben Song nochmal” als Antwort zurück. Sie haben natürlich keine Wiederholung gebracht, aber es war ihr letzter Song und danach verliessen sie die Bühne.

Schandmaul

1998 in der „Hexe“, einer kleinen Kneipe in Gröbenzell, nahm die Geschichte der sechs Folk-Rock Musiker ihren Lauf und wurde von dort an bis heute weitergeschrieben. Thomas Linder, Stefan Brunner, Martin Duckstein, Birgit Muggenthaler-Schmack, Mathias Richter und Saskia Forkert bilden die Band Schandmaul. Ihr neues Album „Artus“, das sie 2019 veröffentlichten und jetzt auf Tour sind, stellt ihr 10. Studioalbum dar.

Bevor sie den Song “Froschkönig” spielten, erzählte Thomas Linder einiges über Märchen mit den zum Teil sehr doofen Prinzessinnen. Aufgrund dieser Dummheiten haben sie nun einige Märchen abgeändert und so erhielt auch das Märchen vom Froschkönig einen alternativen Schluss.

„Früher war alles besser“, das waren Omas liebstrer Spruche, wer kennt ihn nicht? Thomas Linder ist jedoch anderer Meinung. Es gibt ein paar Dinge, die früher besser waren. Darunter sind z.B. Vinyls oder Fanpost in der Form eines Briefes. Den alten Zeiten zu liebe, hat nun Schandmaul einen schön verzierten Briefkasten mit auf Tour dabei, der jeweils am Merchandise Stand zu finden ist. Sie wollen ihren Fans die Möglichkeit geben ihnen einen selbst geschriebenen Fan Brief einwerfen. Nach dieser liebevollen und tiefgründigen Erzählung spielten sie den Song “Vagabunden” vom Album “Artus”.

Als “Leuchtfeuer” angespielt wurde, entstand ein wunderschöner Moment in der Kulturfabrik Kofmehl. Sänger Thomas stimmte mit den Worten “So können wir auf die Reise gehen” in den Song ein und ein Meer aus Händen entstand, dass Feuerzeuge und Taschenlampen in die Höhe hielt.

Ein weiterer schöner Moment wurde aufgebaut, als “Euch zum Geleit” angesagt wurde. Während des Songs wurde auch die ein oder andere Träne vergossen in Gedanken an die Liebsten, die nicht mehr unter uns Weilen. Die wunderschönen Zeilen schrieb eine alte Dame, die ihrem Tode nahe war. Bei ihrer Beerdigung hat der Pfarrer den Brief vorgelesen, um den Abschied ihrer Familie zu erleichtern. Schandmaul bekam diesen Abschiedsbrief per Zufall in die Hände und da er sie so berührt hat, mussten sie ihn in einen Song umwandeln.

Nach diesem ruhigen und traurigen Moment, der in der Konzerthalle entstand, mussten sie natürlich die Menge wieder aufheitern. So spielten sie “Der Teufel hat den Schnaps gemacht” gefolgt von “Teufelsweib”.

Es war ein wunderschönes Konzert, welches mit dem Song “Willst Du” und dem Ohrwurm für den Heimweg “Auf Euch” zum Schluss kam.

Fazit

Es war ein schöner Abend. Vroudenspil konnte das Kofmehl gut einheizen und mit ihrer energiegeladenen Bühnenpräsenz die Menge zum Tanzen bringen. Was mich ein wenig störte, war das stetig flackernde Licht, weswegen ich oft Schwierigkeiten hatte auf die Bühne zu blicken. Schandmaul hat für eine abwechslungsreiche und emotionale Achterbahn gesorgt. Es wurde gelacht, zugehört, getanzt, geweint und lauthals mitgesungen. Mein persönliches Highlight war der Song “Drachentöter”. Er war der erste Song, den ich von Schandmaul kannte und an diesem Konzertabend konnte ich ihn endlich auch einmal live miterleben.